Neubau des Bürgerhauses Fernthal
FWG Neustadt seit 1998 für das Projekt aktiv

Bereits im November 1998 stellte die FWG Neustadt durch ihren damaligen Fraktionsvorsitzenden Franz Wagner einen mündlichen Antrag auf Neubau eines Bürgerhauses in Fernthal, gefolgt von einem schriftlichen Antrag im April 1999, der auch die Einleitung der Planung und Kostenermittlung umfasste.
 
Nach eingehenden Gesprächen mit dem Fernthaler Vereinsring war man sich zu diesem Zeitpunkt einig darüber, dass eine Lage und die Bautätigkeit innerhalb des Ortskerns wegen der zu erwartenden Geräuschbelästigung der Anwohner nicht in Frage kam und auch ein Anbau an das bestehende Vereinshaus den Anforderungen von zehn Vereinen mit ca. 400 Mitgliedern nicht entspräche. Am 6. Mai 1999 wurde dem Antrag der FWG dann im Gemeinderat statt gegeben.
 
Auf ihrer Vorstandssitzung am 22. April 2000 kritisierte die FWG die zu diesem Zeitpunkt vorliegende Kostenplanung in Höhe von 1,43 Millionen € und forderte eine preisgünstigere Variante. Mehr als 2.000,-- € für die Bodenuntersuchung hätten bei Verzicht auf eine Unterkellerung eingespart werden können, die Baukosten wären dabei um ca. 40 % niedriger ausgefallen.
 
Weiter regte der Vorstand an, dass der Schützenverein im Obergeschoss untergebracht werden sollte und verlangte, dass die seit 70 Jahren am Ort bestehende Gastronomie als Grund- und Gewerbesteuer zahlendes Unternehmen mit ihrem Saalangebot nicht beeinträchtigt werden dürfe.
 
Das „Journal am Sonntag“ berichtete in seiner Ausgabe vom 26. Mai 2002, dass der Gemeinderat bereits Mitte 1999 mit der Bestätigung einer Eilentscheidung ein Vorplanungsauftrag an ein Planungsbüro vergeben hatte. Mit dieser Vorgehensweise sei die Absicht deutlich gemacht worden, bereits 2000 mit dem Bau zu beginnen. Der Zuschussantrag wurde aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen von der Gemeindeleitung nicht wie eigentlich erforderlich bis September 1999, sondern erst im Jahr 2000 gestellt.
 
Nach Vorliegen von Boden- und Schallschutzgutachten war am 3. September 2001 die Baugenehmigung erteilt worden, so dass bereits im September 2001 der erste Spatenstich hätte erfolgen können.
 
Sowohl für Fernthal wie auch für Neustadt waren Landeszuschüsse beantragt worden, und der Zuschuss in Höhe von 1,67 Millionen € für die "Wiedparkhalle" Neustadt war unter der Voraussetzung zugesagt worden, dass der Baubeginn bis zum 1.7.2002 erfolgte. Dass in Anspruch genommene Landeszuschüsse über die stetig steigenden Umlagen letztlich doch wieder von den Gemeinden bezahlt werden, interessierte den Gemeinderat hier nicht.
 
Erwin Müller verwies am 9. Juni 2002 in der Presse darauf, dass die Landesmittel, die für die neue Festhalle im Neustadter Ortskern eingesetzt wurden, ohne Standortauflage zur Verfügung gestellt worden waren, so dass die Mittel auch für Fernthal hätten verwendet werden können.
 
Ebenfalls im Juni 2002 kritisierte der Vereinsring das schleppende Verfahren unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass z. B. die Schützengilde schon 2001 Genehmigungsgebühren für einen Luftgewehrschießstand hatte bezahlen müssen.
 
Auch war das ursprünglich vorgesehene Grundstück in Eigenleistung von den Vereinen gerodet und für einen weiteren, zwischenzeitlich ins Gespräch gebrachten Standort ein weiteres Schallschutzgutachten erstellt und bezahlt worden.
 
Der Gemeinderat argumentierte nun zu Gunsten des inzwischen vierten Standortvorschlags, einer 10.000 m2-Fläche im Gewerbepark Süd, Werner-Heisenberg-Straße, dass hier keine zusätzlichen Kosten für Grunderwerb anfallen und die Kostenbeteiligung der Verbandsgemeinde auf Grund des integrierten Feuerwehrhauses die Ausgaben der Ortsgemeinde deutlich reduzierten. Die Einsparung, ohne die der Baubeginn noch weiter hinaus geschoben worden wäre, betrage 300.000,-- bis 400.000,-- €.
 
Am 4. Dezember 2003 endlich beschloss der Gemeinderat in Verbindung mit dem Doppelhaushalt 2004/2005 unter Finanzierungsvorbehalt den Baubeginn.
 
Inzwischen haben die Bauvorbereitungen begonnen, der "Erste Spatenstich" wurde wahlwerbewirksam in die Tage unmittelbar vor der Wahl gelegt und die CDU hat wohl, kein Wunder nach der langen Zeit, vergessen, dass die Initiative für den Neubau des Fernthaler Bürgerhauses 1998 von der FWG aus ging und versuchte im Kommunalwahlkampf 2004 genau wie in früheren Wahlkampfzeiten, das Engagement der FWG für die Bürger als eigene Leistung dar zu stellen, so z. B. in einem Leserbrief von Thomas Junior am 10. Dezember 2003 in der Rhein-Zeitung.
 
Zum Wohl der Gemeinde hat das Gedächtnis der Wähler am 13. Juni 2004 besser funktioniert als es sich die derzeitige Mehrheitsfraktion im Gemeinderat gewünscht hat, und die Freie Wählergemeinschaft hat gerade in den Fernthaler Stimmbezirken hervorragend abgeschnitten - eine Verpflichtung für zukünftig ebenso engagierten Einsatz für die Bürger.